Preisstrategie
Warum RemMedy Premium heute 6,99 € kostet – und morgen vielleicht mehr
6,99 € sind ein Einführungspreis. Wir sagen das offen, statt es zu verschweigen. Hier der Kontext: was vergleichbare Apps kosten, warum wir niedrig einsteigen und was Indie-Entwicklung damit zu tun hat.
Beim letzten Blog-Eintrag ging es darum, warum wir uns gegen ein Abo-Modell entschieden haben. Der logische nächste Punkt: Warum dann ausgerechnet 6,99 €? Warum nicht 2,99? Warum nicht 19,99? Und bleibt der Preis so?
Die ehrliche Antwort lautet: 6,99 € ist unser Einführungspreis. Wir gehen bewusst niedrig rein, um eine Hürde klein zu halten, und wir halten für realistisch, dass der Preis später steigt. Wer jetzt kauft, behält seinen Preis – und alle Features, die dazukommen, für immer. Hier die volle Geschichte.
Was vergleichbare Apps kosten
Medikamenten-Apps mit Premium-Tier werden fast ausschließlich als Abo verkauft. Die Summen, die dabei über die Zeit zusammenkommen, sind oft nicht sofort sichtbar. Ein grober Überblick (Stand 2026, Endkundenpreise variieren regional):
- Medisafe Premium – etwa 4,99 $/Monat bzw. rund 44,99 $/Jahr. Auf drei Jahre hochgerechnet: ca. 135–180 $.
- Round Health und ähnliche Apps – Monatspreise im Bereich 4–8 €, teils mit Jahresrabatt.
- Mediteo, MyTherapy und andere kostenlose Angebote – Preis 0, aber finanziert entweder durch Krankenkassen-Partnerschaften (teils verbunden mit Datenweitergabe) oder durch Pharma-Kooperationen.
- Apple Health-basierte Apps – meist kostenlos, aber nur iOS und an das Apple-Ökosystem gebunden.
Über drei Jahre Nutzung bedeutet das bei typischen Abo-Apps zwischen 100 € und 180 € – bei einer Funktion, die sich in dieser Zeit kaum ändert. Bei RemMedy: einmalig 6,99 €, Schluss. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen das Modell, „alte Nutzer unendlich lange abzurechnen".
Warum wir niedrig einsteigen
Ein Produkt ohne bekannte Marke hat zwei Hürden bei der ersten Entscheidung: Vertrauen und Preis. Am Vertrauen arbeiten wir durch transparente Kommunikation, ein lokales Datenmodell und offene Architektur. Beim Preis können wir es uns einfacher machen: ein Betrag, den man ohne Überlegen bezahlt, wenn die App sich nach 7 Tagen Test als brauchbar erwiesen hat.
6,99 € ist so gewählt, dass es unterhalb vieler Impulskauf-Schwellen liegt – aber hoch genug, damit wir damit rechnen können, dass die App auch finanziert werden kann, wenn sich eine kleine, stabile Käuferbasis aufbaut.
Warum der Preis später wahrscheinlich steigt
Wir haben den Funktionsumfang der App seit dem ersten Release kontinuierlich ausgebaut. Im Changelog stehen die wichtigsten Schritte: Wear OS, Monatsrückblick, Tagebuch, Bestandsverwaltung. Mit jedem größeren Feature-Block wächst der Wert, den Premium bietet – und die Kosten, die wir für Support, Play-Store-Gebühren, Testgeräte und Entwicklungszeit haben.
Unsere Erwartung: Premium wird in Zukunft teurer werden, wahrscheinlich in Richtung 9,99 € oder 12,99 €. Kein konkretes Datum, kein konkreter Betrag – nur die klare Erwartung, dass 6,99 € ein Einführungspreis ist. Wir sagen das jetzt, damit niemand in einem Jahr das Gefühl hat, wir hätten ihn hinterrücks heraufgezogen.
Was das für Käufer:innen bedeutet
Hier ist der Kern unseres Versprechens:
- Wer heute 6,99 € bezahlt, behält Premium zum heutigen Umfang – lebenslang.
- Alle zukünftigen Premium-Funktionen sind im einmaligen Kauf enthalten. Wenn wir nächstes Jahr z. B. eine Familien-Freigabe oder einen Arzt-Portal-Export einführen, gibt es die ohne Aufpreis für alle, die bereits gekauft haben.
- Ein Preisanstieg betrifft nur Neukäufer. Google Play sorgt technisch dafür, dass bereits gekaufte IAPs unverändert weiterlaufen.
Das ist kein PR-Trick, sondern eine Konsequenz aus dem Einmalkauf-Modell. Bei einem Abo hätten wir die theoretische Möglichkeit, den Preis jährlich zu erhöhen und die Nutzer:innen vor die Wahl zu stellen, weiterzuzahlen oder zu wechseln. Beim Einmalkauf schlicht nicht.
Kleiner Indie-Exkurs
RemMedy ist kein VC-finanziertes Startup. Es gibt keine Investor:innen, keine Wachstumsvorgaben und keinen Exit-Plan. Die App wird von 70six entwickelt – einem kleinen Software-Studio in Deutschland. Das hat Konsequenzen für die Preisgestaltung, die in einem Team mit externem Kapital undenkbar wären:
- Kein „Hockey-Stick"-Druck. Wir müssen nicht jedes Quartal 30 % wachsen. Wir müssen die Entwicklungszeit decken und dürfen mal ein Feature länger überlegen.
- Keine Datenpartnerschaften. Wir finanzieren uns nicht über Pharma-Deals oder Forschungsinstitute, die anonymisierte Daten einkaufen. Das ist bei offline-first auch technisch nicht möglich – und wir hätten kein Interesse daran.
- Keine kostenlose Version in Ewigkeit, die irgendwann abgeschaltet wird. Die Gratis-Version von RemMedy ist Teil unseres Geschäftsmodells, nicht eine Akquise-Falle. Sie bleibt.
- Direkter Support. Wenn du uns eine Feedback-Mail schickst, landet sie nicht bei einem Dienstleister. Das ist möglich, weil wir eine App haben, nicht fünf gleichzeitig.
Warum wir das transparent machen
Wir hätten den Preis einfach bei 6,99 € lassen und bei einer späteren Erhöhung kurz posten können, dass „aufgrund neuer Funktionen" der Preis steigt. Das machen fast alle Anbieter so. Der Haken: Es gibt immer ein paar Nutzer:innen, die sich hintergangen fühlen – zu Recht, weil niemand je erwähnt hat, dass eine Erhöhung kommen könnte.
Uns ist lieber, du weißt jetzt Bescheid: 6,99 € ist unser Einführungspreis. Wir werden ihn wahrscheinlich erhöhen. Wer jetzt kauft, friert seinen Preis ein und kriegt alles Zukünftige dazu. Das ist kein Zeitdruck-Verkaufstrick – es ist die logische Folge aus dem, was wir tatsächlich vorhaben.
Wenn du die App sowieso nutzen willst: Der günstigste Moment ist jetzt. Wenn du noch schaust: die Preisseite hat alle Details, das Handbuch zeigt die Funktionen, und die Gratis-Version läuft dauerhaft – auch nach einem zukünftigen Preisanstieg.